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Google Ads kennzeichnet KI-Werbemittel: Was du jetzt prüfen solltest

Google macht sichtbar, ob Anzeigenmotive mit generativer KI erstellt oder deutlich bearbeitet wurden. Wer externe KI-Werkzeuge nutzt, muss den Status seiner Assets selbst sauber im Konto pflegen.

von everbrave studio ~4 Min Lesezeit
KURZ GESAGT

Google Ads zeigt künftig, ob Werbemittel mit generativer KI erstellt oder deutlich verändert wurden. Bei Googles eigenen KI-Werkzeugen erfolgt der Hinweis automatisch; extern erzeugte Assets müssen Werbetreibende im Konto kennzeichnen. Für Kampagnen mit EU-Zielgruppe kann zusätzlich ein sichtbarer Hinweis direkt auf der Anzeige erscheinen.

Was Google am 9. Juli angekündigt hat

Google erweitert die Transparenz für KI-generierte Werbung. Im weltweit erreichbaren Bereich „How this ad was made“ im My Ad Center können Nutzer sehen, ob Bilder oder Videos einer Anzeige mit generativer KI erstellt oder bearbeitet wurden. Der Bereich ist über das Drei-Punkte-Menü beziehungsweise das Informationssymbol bei Anzeigen in der Suche, auf YouTube und in Discover erreichbar.

Die neue Funktion unterscheidet zwei Wege. Nutzt ein Werbetreibender die generativen Werkzeuge von Google Ads, ergänzt Google den Herkunftshinweis automatisch. Werden Bilder oder Videos außerhalb von Google erstellt, gibt es im Anzeigenkonto eine eigene Einstellung zur Kennzeichnung.

Für Kampagnen, die auf die Europäische Union, Indien oder New York ausgerichtet sind, beschreibt die Google-Ads-Hilfe noch einen zweiten Schritt: Als KI-erzeugt oder -bearbeitet markierte Assets erhalten sichtbare Einblendungen direkt auf der Anzeige.

Welche Werbemittel du im Konto prüfen solltest

Die neue Spalte „AI label“ in Asset-Bibliothek und Asset-Berichten macht den Status kontrollierbar. Google kündigt außerdem Hinweise während der Kampagnenerstellung an, wenn Werbemittel möglicherweise eine Kennzeichnung benötigen.

Prüfe nicht nur komplett generierte Motive. Die Hilfe spricht auch von Assets, die mit KI wesentlich bearbeitet wurden. Dazu können etwa stark veränderte Produktbilder, künstlich erzeugte Szenen oder animierte Fassungen vorhandener Fotos gehören. Eine bloße Vermutung sollte trotzdem nicht zur Kennzeichnung führen: Halte fest, mit welchem Werkzeug und in welchem Umfang ein Asset entstanden ist.

  • Erfasse Bilder und Videos aus Google Asset Studio sowie externen Bild- und Video-Werkzeugen.
  • Blende die Spalte „AI label“ in der Asset-Bibliothek ein und filtere nach dem Status.
  • Prüfe bestehende Kampagnen, nicht nur neu angelegte Anzeigen.
  • Dokumentiere die Freigabe gemeinsam mit Motivquelle und Bearbeitungsschritten.

Was Google automatisch übernimmt – und was nicht

Google versieht Bilder und Videos aus seinen eigenen Anzeigenwerkzeugen mit maschinenlesbaren Herkunftssignalen. Genannt werden das unsichtbare Wasserzeichen SynthID und Metadaten nach dem offenen C2PA-Standard. Diese Technik hilft Plattformen, die Herkunft eines Assets zu erkennen.

Sie nimmt dir die inhaltliche Verantwortung aber nicht ab. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Einstellung keine Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben garantiert. Irreführende oder täuschende Anzeigen bleiben unabhängig von ihrer Herstellung verboten.

Auch die Gestaltung verdient Aufmerksamkeit: Ein sichtbares KI-Label macht aus einem austauschbaren Motiv keine gute Anzeige. Es erklärt nur den Herstellungsweg. Ob Botschaft, Angebot und Zielseite zusammenpassen, bleibt klassische Kampagnenarbeit. Die Grundlagen dafür findest du auf der Leistungsseite Google Ads mit nachvollziehbarer Steuerung und im Klartext-Eintrag zu Google Ads.

Ein sinnvoller Prüfablauf für kleine Teams

  1. Quellenliste anlegen: Hinterlege zu jedem aktiven Bild und Video das Erstellungswerkzeug und die verantwortliche Person.
  2. Status im Ads-Konto abgleichen: Kontrolliere, ob automatisch erzeugte Hinweise vorhanden sind und externe KI-Assets korrekt markiert wurden.
  3. Vorschau für die EU prüfen: Sieh dir an, wie die sichtbare Einblendung auf verschiedenen Formaten wirkt und ob wichtige Bildbereiche frei bleiben.
  4. Zielseite mitprüfen: Die Anzeige kann sauber gekennzeichnet sein und trotzdem scheitern, wenn die Landingpage ein anderes Versprechen macht.
KLARTEXT

Google verbietet KI-Werbemittel nicht. Die Plattform macht ihre Herkunft sichtbarer. Für Werbetreibende bedeutet das vor allem bessere Asset-Hygiene: wissen, woher ein Motiv stammt, den Status im Konto prüfen und die Kennzeichnung nicht mit einer Qualitäts- oder Rechtsprüfung verwechseln.

QUELLEN · STAND 30. JULI 2026

Quellen

  1. Google Ads Blog: Expanding AI transparency in adsVeröffentlicht am 9. Juli 2026; Ankündigung des weltweiten My-Ad-Center-Hinweises und der Kennzeichnungssteuerung.
  2. Google Ads Help: Use AI content label settings and disclosuresBeschreibt sichtbare Overlays für EU-Kampagnen, Statusspalte, Arbeitsablauf sowie SynthID und C2PA.
  3. Google Ads Policy: Political contentDokumentiert die bereits seit 2023 bestehende Sonderregel für synthetisch veränderte Wahlwerbung.