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BEGRIFFRECHT & COMPLIANCE

EU AI Act EU-Verordnung über künstliche Intelligenz

von everbrave studioStand: Juli 2026~4 Min Lesezeit
IN EINEM SATZ

Der EU AI Act ordnet Pflichten nach Einsatz und Risiko von KI und regelt daneben unter anderem bestimmte Allzweck-KI-Modelle.

/01 WAS DAHINTER STECKT

Was regelt der EU AI Act?

Der EU AI Act ist die Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz. Seine Pflichten richten sich nicht pauschal gegen jede KI, sondern nach Rolle, Systemart und Einsatz. Bestimmte Praktiken sind verboten. Für Hochrisiko-Systeme gelten umfangreiche Vorgaben, etwa zu Risikomanagement, Datenqualität, Dokumentation, menschlicher Aufsicht und Überwachung. Für bestimmte Systeme bestehen Transparenzpflichten. Allzweck-KI-Modelle werden mit eigenen Pflichten behandelt. Viele Anwendungen mit geringem Risiko erhalten keine zusätzlichen produktspezifischen Pflichten aus dem AI Act.

Die Verordnung gilt gestaffelt. Verbote und Vorgaben zur KI-Kompetenz gelten bereits seit Februar 2025, Regeln zu Governance und Allzweck-KI seit August 2025. Die allgemeine Anwendbarkeit ist grundsätzlich für August 2026 vorgesehen; für bestimmte Hochrisiko-Systeme bestehen längere Übergänge. Laufende Gesetzgebungsverfahren können einzelne Fristen verändern. Stand Juli 2026 solltest du deshalb den geltenden Verordnungstext und aktuelle Hinweise der EU-Kommission prüfen. Der AI Act kann parallel zur DSGVO und anderen Fachgesetzen gelten. Diese Einordnung ist keine Rechtsberatung.

/02 EHRLICH ÜBERSETZT

EU AI Act im Klartext

KLARTEXT
Kein allgemeines Gütesiegel für KI und kein Regelwerk, das jede Nutzung gleich behandelt.
Ein risikobasierter Rechtsrahmen, der Rolle, Verwendungszweck und mögliche Folgen eines KI-Systems zusammen betrachtet.
Der EU AI Act und die DSGVO beantworten unterschiedliche Fragen und können gleichzeitig gelten. Auch ein intern gebauter Ablauf mit n8n wird nicht allein durch das verwendete Tool eingestuft, sondern durch Funktion und Einsatzkontext.
/03 SO GEHST DU ES AN

So bereitest du ein KI-Vorhaben auf die Prüfung vor

01Einsatz konkret beschreiben. Dokumentiere Zweck, Nutzer, betroffene Personen, Ein- und Ausgaben sowie Entscheidungen, die das System vorbereitet oder beeinflusst.
02Rolle und Risiko einordnen. Kläre, ob du Anbieter, Betreiber, Importeur oder Händler bist und welche Risikokategorie oder Modellpflichten tatsächlich in Betracht kommen.
03Nachweise im Betrieb pflegen. Ordne Verantwortlichkeiten, Schulung, Aufsicht, Protokolle und Vorfallwege zu. Prüfe die Einordnung erneut, wenn sich Zweck oder Modell ändert.

Häufige Fragen

Welche Risikostufen kennt der EU AI Act?

Häufig wird zwischen verbotenen Praktiken, Hochrisiko-Systemen, Anwendungen mit Transparenzpflichten und geringem oder minimalem Risiko unterschieden. Diese Kurzform hilft bei der Orientierung, ersetzt aber nicht die Prüfung des Gesetzes. Für Allzweck-KI-Modelle gibt es eigene Regeln. Entscheidend sind Zweck, Kontext, Rolle und die im Gesetz genannten Fallgruppen.

Wann gilt der EU AI Act?

Die Anwendung erfolgt in Stufen. Verbote und KI-Kompetenz gelten seit Februar 2025, Governance- und Pflichten für Allzweck-KI seit August 2025. Viele weitere Vorschriften sollen grundsätzlich ab August 2026 greifen; bestimmte Hochrisiko-Systeme haben längere Übergänge. Stand Juli 2026 können laufende Gesetzesänderungen einzelne Fristen beeinflussen. Prüfe deshalb die aktuellen EU-Quellen.

Gilt der EU AI Act auch für kleine Unternehmen?

Ja, die Unternehmensgröße allein nimmt ein Unternehmen nicht aus dem Anwendungsbereich. Umfang und Art der Pflichten hängen vor allem von Rolle und Einsatz ab. Ein kleines Unternehmen, das ein fremdes System intern nutzt, hat andere Aufgaben als ein Anbieter eines Hochrisiko-Systems. Erleichterungen für kleinere Unternehmen ändern nichts an notwendigen Prüfungen.

Ersetzt der EU AI Act die DSGVO?

Nein. Der AI Act regelt KI-bezogene Risiken, Rollen und Anforderungen. Die DSGVO bleibt maßgeblich, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Daneben können Arbeitsrecht, Produktsicherheit, Urheberrecht oder branchenspezifische Regeln greifen. Ein Vorhaben kann daher mehrere Prüfungen gleichzeitig brauchen. Diese Übersicht dient der Orientierung und ist keine Rechtsberatung.

AUS DER PRAXIS
Beginne mit einem belastbaren Verzeichnis deiner KI-Anwendungen, nicht mit einer allgemeinen Richtlinie. Die rechtliche Einordnung sollte eine qualifizierte Stelle prüfen; ich strukturiere den fachlichen und technischen Teil.
KI-Einsatz strukturiert prüfen
DATENBLATT
BEGRIFFEU AI Act
STEHT FÜREU-Verordnung über künstliche Intelligenz
CLUSTERRecht & Compliance
LESEZEIT~4 Min
STAND07/2026
HYPE-FAKTOR
2/5 — KONKRETE PFLICHTEN STATT PAUSCHALER KI-PANIK