SELBSTTEST — 10 MIN

KI-Sichtbarkeit selbst prüfen: ein nachvollziehbarer Basistest

Du brauchst für einen ersten Überblick kein Dashboard. Diese Anleitung zeigt ein kleines, dokumentiertes Frageset – samt Grenzen, damit aus einzelnen Antworten keine falschen Schlüsse entstehen.

DIE KURZE ANTWORT

Stelle mehreren Systemen dieselben echten Kundenfragen und dokumentiere Frage, System, Modell, Datum, Antwort und Quellen. Das ergibt eine Baseline, aber keinen objektiven Marktanteil: Antworten schwanken und hängen unter anderem von System, Standort, Personalisierung und Webzugriff ab.

Hintergrund: Was ist GEO? →
ANLEITUNG

Fünf Schritte für eine belastbare Baseline.

01Fragenset bauenFormuliere fünf Fragen so, wie echte Kunden sie stellen würden: „Wer macht [deine Leistung] in [deiner Region]?“, „Empfehlung für [dein Thema]?“, „Was kostet [dein Angebot]?“ — nicht dein Firmenname, sondern dein Markt.
02Drei Systeme fragenNutze die für deine Zielgruppe relevanten Systeme. ChatGPT Search, Perplexity und Google AI-Funktionen sind mögliche Beispiele; nicht jede Funktion erscheint bei jeder Anfrage oder in jedem Konto. Dokumentiere Version, Anmeldung, Standort und Webzugriff soweit erkennbar.
03ProtokollierenEinfache Tabelle: Frage × System. Je Zelle drei Häkchen: Wirst du genannt? Wird deine Website als Quelle verlinkt? Wer wird stattdessen genannt?
04Quellen anschauenNotiere, welche Quellen ein System sichtbar nennt. Eine Quelle in einer Antwort ist ein Beobachtungspunkt, kein Beweis für allgemeine Bevorzugung. Prüfe Inhalt, Datum, Primärbelege und tatsächliche Relevanz.
05Monatlich wiederholenWiederhole dasselbe Frageset in einem festgelegten Rhythmus und halte Rahmenbedingungen möglichst konstant. Erst mehrere Messpunkte zeigen, ob sich ein Muster abzeichnet.
AUSWERTUNG

Wie du die Ergebnisse liest.

Null NennungenDas bedeutet nur: In diesem Durchlauf und Frageset gab es keine Nennung. Prüfe zunächst, ob die Fragen zum Angebot passen und ob die Website indexierbar, eindeutig und belegt ist.
Genannt, aber ohne QuelleEine Nennung ohne sichtbaren Link erlaubt keine sichere Aussage über „Vertrauen“. Dokumentiere die Formulierung und prüfe, ob Name, Angebot und Fakten korrekt wiedergegeben werden.
Ein Wettbewerber überallEine häufig genannte Quelle ist ein sinnvoller Vergleichspunkt, aber keine kostenlose Blaupause. Analysiere, welche konkrete Aussage belegt wird und ob die Quelle primär, aktuell und für deine Frage relevant ist.

Übrigens: Aus dieser Anleitung wird später ein automatischer Check direkt auf dieser Seite. Bis dahin bleibt es Handarbeit — die versteht man ohnehin besser als ein Dashboard.

EHRLICHKEIT

Was dieser Test nicht kann.

— KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann morgen anders beantwortet werden — ein einzelner Durchlauf beweist wenig, der Verlauf zählt.

— Es gibt Tools, die das automatisieren. Für den Anfang brauchst du keins — erst wenn du regelmäßig viele Fragen und Märkte beobachtest, lohnt Automatisierung.

— Sichtbarkeit ist nicht gleich Auftrag. Genannt werden ist der erste Schritt — überzeugen muss danach deine Website. Beides gehört zusammen.

FRAGEN

Häufige Fragen zum Check.

Ich ranke gut bei Google — warum nennt mich keine KI?

Gute Rankings und Nennungen in KI-Antworten können sich überschneiden, sind aber nicht identisch. Google nennt für seine KI-Funktionen dieselben SEO-Grundlagen; andere Systeme nutzen eigene Crawler und Auswahlverfahren, etwa OpenAIs OAI-SearchBot. Vage oder unbelegte Inhalte helfen in keinem der Kontexte.

Bringt es etwas, die KI direkt nach meiner Firma zu fragen?

Für den Sichtbarkeits-Test nicht — nach dem eigenen Namen gefragt findet die KI fast jeden. Entscheidend ist, ob du auftauchst, wenn Kunden nach der LEISTUNG fragen, ohne dich zu kennen. Interessant ist die Namensfrage trotzdem: Sie zeigt, WAS die KI über dich erzählt — und ob es stimmt.

Wie oft ändern sich die KI-Antworten?

Das kann sich mit Modell, Index, Websuche, Standort und Zeitpunkt ändern. Dokumentiere deshalb jeden Lauf. Ein monatlicher Rhythmus ist nur ein möglicher Startwert und keine allgemeine Messnorm.

Und wenn ich genannt werde — was dann?

Prüfe zuerst, ob Name, Angebot und Aussagen korrekt sind und ob ein nachvollziehbarer Quellenlink erscheint. Danach kannst du verwandte echte Kundenfragen ergänzen. Eine Nennung bleibt volatil und ist kein gesicherter Besitz.

Lieber gemeinsam draufschauen?

Erstgespräch vereinbaren →

30 Minuten, kostenlos. Ich richte mit dir ein Frageset und eine einfache Dokumentation ein – ohne aus einem einzelnen Lauf eine Erfolgsprognose abzuleiten.